Mit einer feierlichen und in dieser Form bisher einzigartigen Dankeschönveranstaltung hat die Gemeinde Zeuthen am Wochenende ihr Jubiläumsjahr „650 Jahre Zeuthen“ gewürdigt und zugleich ein kraftvolles Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt gesetzt. Erstmals wurden nicht nur die traditionell fünf bis zehn Ehrenamtlichen ausgezeichnet, sondern eine große Vielzahl engagierter Bürgerinnen und Bürger persönlich eingeladen – als Anerkennung für den breiten und tief verwurzelten Einsatz in allen gesellschaftlichen Bereichen.
Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Karin Sachwitz, die höchste Auszeichnung, die die Gemeinde Zeuthen zu vergeben hat. Sie würdigt Persönlichkeiten, deren Wirken das Gemeinwohl in herausragender Weise geprägt hat.
Karin Sachwitz – neue Ehrenbürgerin der Gemeinde Zeuthen
Karin Sachwitz ist seit beinahe 50 Jahren in Zeuthen verwurzelt – ein halbes Jahrhundert Identifikation, Engagement und gelebter Gemeinsinn. Für viele Zeuthenerinnen und Zeuthener ist sie ein bekanntes Gesicht, eine verlässliche Ansprechpartnerin und eine Persönlichkeit, die Brücken zwischen Generationen schlägt.
Karin Sachwitz hat Zeuthens Entwicklung über Jahrzehnte maßgeblich begleitet – etwa durch ihre Initiativen zur Sanierung des historischen Güterschuppens, des heutigen Bürgerhauses, oder durch die frühe Einbindung der Bürgerinnen und Bürger mittels einer Bürgerbefragung. Auch bei den freundschaftlichen Beziehungen unter Gemeinden hat sie Spuren hinterlassen: Sie war treibende Kraft beim Aufbau der Städtepartnerschaften mit Malomice (Polen) und Interlaken (Schweiz).
Neben ihrem politischen Wirken engagierte sich Frau Sachwitz intensiv für die Bewahrung von Geschichte und kulturellem Erbe Zeuthens – unter anderem bei den Heimatfreunden Zeuthen e.V., bei der Erstellung der Ortschronik, in Ausstellungen und historischen Recherchen.
Jahrzehntelang wirkte sie als Hausärztin, vertraut mit den Menschen, ihren Sorgen und Lebenswegen – stets geprägt von Menschlichkeit und einem starken Sinn für Verantwortung.
Ihr Engagement im Deutschen Roten Kreuz, in Fördervereinen und zahlreichen Initiativen zeigt ein Leben im Dienst anderer, geprägt von Bescheidenheit und Herzenswärme. Die Gemeinde Zeuthen würdigt mit der Ernennung zur Ehrenbürgerin eine Persönlichkeit, deren Lebensleistung weit über das gewöhnliche Maß hinausreicht. Sie ist ein Vorbild für kommende Generationen.
Ein Zeichen für die Zukunft: Zehnjähriger erhält Ehrenzeichen in Bronze
Ein weiterer emotionaler Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung des zehnjährigen Marlon Heide mit dem Ehrenzeichen der Landesjugendfeuerwehr Brandenburg in Bronze. Gemeinsam verliehen durch den Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Zeuthen, Stefan Wehner und Anja Lehmann, Landesjugendfeuerwehrwartin, wurde damit ein außergewöhnliches Beispiel von Mut und Verantwortungsbewusstsein geehrt.
Marlon hatte am 8. Mai 2025 auf dem Nachbargrundstück eine Rauchentwicklung bemerkt. Er informierte sofort seinen Vater und warnte den betroffenen Nachbarn. In der Garage war ein ölgetränkter Lappen in Brand geraten. Durch Marlons rasches Handeln konnte sein Vater den Brand mit einem Pulverlöscher rechtzeitig löschen – ein größerer Schaden wurde verhindert. Die Feuerwehr würdigte seinen Mut, seine Besonnenheit und sein vorbildliches Gefahrenbewusstsein – Werte, die im Kern der Deutschen Jugendfeuerwehr stehen.
Ehrenamt als Herzstück der Gemeinde
In seiner Begrüßung betonte Bürgermeister Philipp Martens die enorme Vielfalt des Engagements in Zeuthen: Von Vereinen, Initiativen und der Freiwilligen Feuerwehr über das Repaircafé, Vorlesepaten, Elternsprecher, Beiräte und Seniorengruppen bis hin zu den vielen Menschen, die im Hintergrund wirken.
Die Dankeschönveranstaltung wurde bewusst gewählt, um den vielen Engagierten im Jubiläumsjahr persönlich zu danken – und um die Bedeutung des Ehrenamts für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar zu machen.
„Ohne Ehrenamt wäre Zeuthen nicht das Zeuthen, das wir kennen“, dankte der Bürgermeister den Anwesenden. „Ihr Einsatz schafft Gemeinschaft, Kultur, Sicherheit und Zukunft.“
Ausblick
Die Gemeinde Zeuthen verbindet die Ehrungen mit dem Wunsch, dass das Ehrenamt weiterhin so lebendig und kraftvoll bleibt wie heute. Der Abend endete mit vielen persönlichen Gesprächen, Dankesworten und einem starken Gefühl des Miteinanders.